Camp Niche in Budapest

1.  Mai 19. Abfahrt in Nußdorf um 9:45 bei sonnigem Wetter. Ob wir bis Budapest kommen? 640 km müssten am Feiertag schon möglich sein. Der Jeep muss diesmal viel zerren: die neuen E-Mountain Bikes sind mehr als doppelt so schwer als die alten Mountainbikes, dazu 4 Kästen Bier, 1 Kasten Wasser, 3 Kisten Wein usw. Die Stützlast zeigt gut100 kg. Wir kommen gut voran und im Windschatten von Reisebussen spart man merklich Sprit.

Trotz zweier Pausen sind wir schon nach 5 ½ Stunden an der ungarischen Grenze. In einem der zahlreichen kleinen Häuschen kann man die Vignette kaufen oder Geld wechseln. Es ist nichts los und so geht das recht schnell. Die Vignette U für  ein Gespann kostet 3.500 Forint oder 15 Euro. Bei einem Tauschkurs von 300 Forint = 1 Euro ist das überteuert. Also, es lohnt sich, erst Geld zu wechseln und dann zu zahlen. Die Auto-Kennzeichen werden eingespeichert und von Brücken aus elektronisch überwacht. Deshalb besser Beleg aufheben.

Überall bläst dieser unangenehme, stürmische Wind. Ich kann mich nicht erinnern, dass dies früher auch so war. Gegen 18 Uhr sind wir in Budapest und testen einen für uns neuen Platz: „Zugligeti Niche camping“ . Früher war hier die Endhaltestelle der stillgelegten Strassenbahn Nr. 58.

Das Navi vom Jeep (der neue TomTom ist nicht zu gebrauchen) führt uns eine halbe Stunde durch die Stadt mit vielen Spurwechseln und dichtem Verkehr, leicht stressig. Endlich … an zwei der ausrangierten Straßenbahnwaggons vorbei, folgen wir dem Schild Rezeption. Die Dame spricht Englisch und Frank versteht, dass hier im Hof kein Platz mehr ist, sondern nur noch weiter unten. Der Campingplatz ist winzig. Ca 15 ebene Stellplätze, die ausschließlich mit Wohnmobilen belegt sind. Ein Wenden ist nicht möglich, aber mit Mover kein Problem. Die Stellplätze entlang des Zufahrtsweges sind terrassiert. Laut ist es nicht, obwohl oberhalb eine Autostraße läuft und die Brücke über den Platz führt. Viel Grün, schön eingewachsen mit Efeu und sattem, blau-blühenden Immergrün.

Natürlch war es möglich, zu wenden. Es war eben nur etwas umständlicher. Schwieriger war es, den Wohnwagen halbwegs in die Waage zu bringen, weil die ausgelagerten Stellplätze sehr schräg sind. (Anm. d. Ehem.)

Sanitär findet man ganz hinten, urig in teils wildem Grün. Ich lese: links Herren – rechts Damen. Der erste Raum mit Geschirr-Spülbecken, schönes altes Holz, zwei Toiletten angrenzend, die so winzig sind, dass selbst ich kaum um die Tür rumkomme. Aber mit Toilettenpapier und sehr sauber. Danach durch einen Vorhang zwei Waschbecken und mit Vorhang abgetrennte winzige Duschkabinen. Na Ja.

Später erzählt Frank etwas ganz anderes über die Sanitäranlagen. Und tatsächlich, wenn man sich links hält und Richtung Herren geht, eröffnet sich ein neueres, geräumiges Gebäude für M/W in guter Ausstattung.

Restaurant und Rezeption befinden sich in dem historischen Bahnhofsgebäude. Der Empfang ist außerordentlich freundlich. Wir werden zu einem Tisch gebeten und dürfen ein Getränk wählen. Ein kühles Bier vom Faß schmeckt jetzt erfrischend und tut so richtig gut. Einen Stadtplan von Budapest auf Englisch (City Tour HOP ON HOP OF) mit Trinkgeldfängern und Shoppingfallen gibt es auch gratis und Aufkleber und Infos zu den Buslinien. Zum ACSI-Preis kommen noch 2 Euro Strom dazu (normal 4 Euro). Wichtig zu wissen: nur bis max. 19:30 ist die Küche offen.

Wir bestellen Gulasch mit Spätzle und Gulaschsuppe. Schmeckt sehr gut und wenn man sich die Schärfe aus dem kleinen Schälchen dazu mischt, nachhaltig feurig. Kurz vor 20 Uhr kommt die Bedienung: „bezahlen morgen und Bier draußen fertig trinken.“ In der Tat gehen um Punkt acht die Lichter aus, wir stehen mit unsern Gläsern draußen und die Tür wird abgesperrt.

Das war der erste Platz, auf dem man sofort mit einem Freibier begrüßt wurde. Das sollte Schule machen! Auf jeden Fall ein guter Tipp für eine Übernachtung in Budapest. (Anm. d. Ehem)

2. Mai 19. Camping zum Eichhörnchen. Wir bezahlen 36 Euro für alles zusammen: Übernachtung, erstklassiges Abendessen, zahlreichen Bierchen und Frühstück. Die Dame im Restaurant fragt, warum wir schon wieder weiterziehen, ob es uns denn nicht gefallen hätte und schenkt uns zum Abschied noch eine Flasche Rotwein.
Ausgesprochen freundlich hier.
Fazit:

  • Eine prima Ausgangsbasis, wenn man Budapest besuchen möchte. Etwa 100 m entfernt ist eine Bushaltestelle und alle 20 Minuten fährt ein Bus ins Zentrum.
  • Im Restaurant gibt es freies WLAN
  • Das Personal ist sehr freundlich, der Platz ruhig, wildromantisch, mit kleinem Museum und unheimlich gemütlich

Budapest

Eigentlich hätte ich ja gerne einen Tag in Ungarns Hauptstadt gebummelt. Frank meint, die Stadt ist zwar wunderschön, aber die Wege sind einfach zu lang. Schon einfach über eine Brücke zu laufen dauert ewig.
Das Navi beschert uns jetzt eine unfreiwillige Stadtrundfahrt. So knipse ich halt durch die Autoscheiben.

Nach eineinhalb Stunden sind wir endlich durch die 1,8 Millionen Metropole und auf der Autobahn M3.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.