Romantik-Camping Wolfgangsee Lindenstrand

Mi., 06. September 17. Der Sommer ist vorbei, das Thermometer zeigt nur noch 13 Grad. Wir starten um 9 Uhr Richtung Oberfranken mit unbekanntem Übernachtungs-Ziel. Die Fahrt geht  zunächst durch ärmliche Bezirke, bescheidene Häuser, viele baufällig oder unverputzt. Auch Karlovac präsentiert sich mit hässlichen Hochhäusern. Nach 20 Minuten sind wir auf der Autobahn E 65 Richtung Maribor.

Schon nach einer guten Stunde sind wir an der Grenze und kaufen für 15 Euro ein Slowenien-Pickerl. Die Maut ist lästig, da man nur ca. 60 km durch Slowenien fährt und die Autobahn erst abschnittsweise fertig ist. Hunderte von schweren Baumaschinen sind im Einsatz; die Schilder für die Ausfahrten stehen schon, sind aber noch abgeklebt.

Mittags um 12 erreichen wir die Grenze zu Österreich bei Spielfeld und kommen auch hier ohne Wartezeiten durch. Die Batterie ist während der Fahrt wieder ausgefallen und hat sich komplett entladen. Das merkt man am schnellsten, wenn die Spülung im WC nicht mehr geht, kein Wasserhahn läuft und die Außenbeleuchtung nicht brennt. Frank hat jetzt ein Übernachtungs-Ziel: der Wolfgangsee im Salzkammergut. So hole ich den ACSI-Katalog und dieser hat von über 10 Campingplätzen einige im Angebot. Spontan fällt die Wahl auf den mit Icon „Besteck“:

Romantik-Camping Wolfgangsee Lindenstrand

Heute brauchen wir einen Platz, an dem der Jeep den Caravan an Ort und Stelle ziehen kann, weil mit entleerter Batterie auch der Mover nicht geht. Wir haben Glück und die freundliche Dame an der Rezeption zeichnet in den Lageplan freie Plätze bei den Linden ein. Beim Einchecken erhalten wir ein Infoblatt mit dem WLAN-Passwort – allerdings ist die Verbindung auch ohne Passwort automatisch da  – und ein Formular für den Stromzähler. Hier soll man den Zählerstand vom angezapften Stromkasten hineinschreiben oder mit dem Handy abfotografieren?

Mit Pizzeria ist  gemeint, dass man eine standard Aufbackpizza aus der Mikrowelle hier bestellen und abholen kann. Es gibt nur ein Wirtshaus, das zu Fuß zu erreichen ist und das hat Mittwoch ( = heute)  Ruhetag. Grummel.

Ein Platz für Dauercamping

Über was wir nicht informiert werden: unser Platz ist zwar mit ACSI reduziert, aber „Bei den Linden“ mit Aufpreis. Auch kein Hinweis, wie die Duschen funktionierenFrank muss im Bademantel zurück zur Rezeption und nachfragen, weil jeder normale Mensch denkt, dass man hier Duschmarken braucht, wenn man die Automaten sieht. Und als wir kurz vor 20 Uhr mit dem Auto vom Abendessen zurückkommen, ist die Schranke geschlossen und die Rezeption auch. Wir stehen im Regen. Ein Kleinbus aus GB  verlässt den Platz und ich erfahre, dass man eine Karte braucht, um die Schranke zu öffnen. Diese haben wir nicht erhalten. Komisch hier, sind vielleicht alles Stammkunden. Ich fühl mich nicht besonders wohl. Aber das liegt wohl am Regenwetter und der Kälte. An und für sich ist der Platz sehr schön und ruhig gelegen direkt am Wolfgangsee in herrlicher Berglandschaft. 

Die Parzellen „Bei den Linden“ sind nicht groß, aber ausreichend und mit Wasser- Abwasser- und Stromanschluss bestückt. Die Sanitäranlagen sind älteren Baujahrs, aber zweckmäßig und gut ausgestattet, stets sauber und es gibt sogar abschließbare Einzelwaschkabinen. Von außen wirkt das Gebäude sanierungsbedürftig und unattraktiv.

Frank hat die Schüssel aufgebaut, freut sich über den super Empfang und will noch einen Tag hier bleiben. Erster Tag in diesem Urlaub mit Fernseher am Bett. Kurz vor halb elf und Sendebeginn Maischberger /Söder kommt Sturm auf, der die Schüssel total verstellt und es schüttet wie aus Kübeln.

Do., 07. September 17. Es ist regnerisch und kalt. Ich möchte lieber abreisen nach Oberbayern zu meinen Kindern, aber Frank meint, die Batterie wäre noch nicht richtig aufgeladen.  Im Minimarkt bei der Rezeption erhält man alles für ein gutes Frühstück, wenn auch zu horrenden Preisen.  Zum Fernsehgucken habe ich keine Lust und so nutze ich ein Wolkenloch für einen Spaziergang.  Nach überqueren der Straße finde ich die beiden anderen Campingareale, die zur Anlage Lindenstrand gehören und bin überrascht:

„Im Obstgarten“ und „Auf der Sommerwiese“

Das also sollen die billigen Plätze sein?! Sehr schöne große Parzellen in gepflegten Grünanlagen und Obstgärten mit riesigen Freiflächen, Hundewiese und Spielplätzen. Diese Teile liegen halt nicht direkt am Wolfgangsee, aber es ist ja nicht weit.

Wow-Effekt. Eine alte Scheune wurde umfunktioniert zu einem zweiten Sanitärgebäude. Es ist super modern und vom Feinsten, selten findet man solche hochwertige und geschmackvolle Ausstattung. Das großzügige Aufgebot von Waschmaschinen, Bügelstation und Küche ist nicht nur für Dauercamper ein  Highlight.

 

Heimreise

Freitag, 8. Sept. 17.  Abfahrt 9:30 bei 10 Grad.  Kurtaxe 1,90 pro Person/Nacht ist schon ein stolzer Betrag. Die Ferienregion Wolfgangsee zählt ca. 1 Million Gästeübernachtungen pro Jahr. Da kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. So können Freizeitanlagen und Parks sehr wohl gepflegt und rausgeputzt werden.

Zum Abschied strahlt die Sonne über die romantische Bilderbuchlandschaft. Eingebettet zwischen sanften Hügeln und schroffen Bergen liegt der glasklare Badesee. Gepflegte Häuser mit prachtvollen Blumengärten. Wir sollten bei schönem Wetter noch ein paar Tage hier wandern oder den 27 km langen Rundweg um den See fahren, über St. Gilgen, direkt am See entlang. In Stankt Gilgen ist die Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart geboren und seine Schwester Nannerl wohnte dort 17 Jahre lang. Zum weißen Rösserl am Wolfgangsee …. Ja, es gäbe hier viele schöne Ausflüge.

Seegasthof Gamsjaga Speisekarte Und abends gehen wir dann wieder zum hübschen Seegasthof Gamsjaga mit der urigen Speisekarte. Hier am Westufer des Badesees liegen 4 Campingplätze direkt nebeneinander mit ca 600 Stellplätzen und es gibt nur ein einziges Gasthaus in der Nähe! Befremdend.

Auf der Heimfahrt schwelgen wir noch etwas in Erinnerungen, rattern bei mäßigem Verkehr die 470 km runter und kommen um halb fünf ohne besondere Vorkommnisse wohlbehalten in Kronach an.

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