Luganer See – Radtour nach Porlezza

Palmsonntag, 09. April 17

Wieder ein sonniger Frühlingstag. Noch feucht vom Morgentau die Wiesen – so lässt man die Schuhe lieber draußen stehen, bevor man die Blatt- und Blütenabfälle in den Wohnwagen trägt. Schöne Stimmung mit einigen Fischerbooten am See mit Anglern, die nichts fangen. Fischer am Pianosee Man glaubt fast, die Fische machten sich einen Jux und sprängen abseits der Boote frech und munter in die Luft. Die Stockente hat sich immer noch nicht zwischen ihren beiden Verehrern entschieden und startet zwischendurch immer wieder einen Test, indem sie urplötzlich davonfliegt.Ist der Schnellere nun der Gewinner? Noch ist nichts entschieden … Treten Haubentaucher stets alleine auf ? …

Trotz dieser Idylle packe ich den Laptop ein und mache mich auf zum HotSpot. Hier kann ich aber auch nicht arbeiten – ständig wird man abgelenkt, Neuankömmlinge halten mich für die Rezeptionsangestellte. Kalt ist’s auch und irgendwie unsinnig. So streiche ich nach ca. 1 Stunde die Flügel ohne befriedigendes Resultat.

Das mit der Geduld ist so eine Sache: man kann sie überstrapazieren! Die Sat- Schüssel war endgültig hin! Ich bin nur bedingt fernsehsüchtig, aber wenn ausgerechnet zwei Spiele in der Championsliga anstehen! Und am Ostersonntag sind sogar in Italien die meisten Läden geschlossen. Ob die Kneipen ringsum Fussballspiele übertragen, weiß ich nicht. Es macht also mehr Sinn, sich etwas um die Fahrräder zu kümmern. (Anm. d. Ehem.)

Kirchenglocken, die Musik machen

Am Palmsonntag hören wir, den ganzen Tag über verteilt, ein ganz besonderes Konzert. Hier gibt es neben dem normalen Kirchturmgebimmel noch einen richtigen Glöckner, der Glocken individuell läutet. Nach meinem Gehör hat er mindestens 7 Glocken, mit denen er verschiedene Melodien spielt. Und das war bestimmt kein Automat, weil sich der Glockenspieler manchmal leicht verspielt hat und man ist immer gespannt, wie es denn jetzt weitergeht. Ganz ein besonderes Erlebnis! Ich wollte ein Tonvideo mit meinem Wischkasterl aufnehmen, war aber leider zu doof dazu und hab bei Versuchen Susi irgendwas über WhatsApp geschickt. Sie mailte daraufhin zurück, sie höre nur Kirchenglocken, ob denn alles in Ordnung wäre!

Am Nachmittag satteln wir die Fahrräder. Der empfohlene Radweg geht direkt vom Platz ab und wir sind in ein halben Stunde am Luganer See. Dort schauen wir uns zunächst 3 andere Campingplätze an. Der Trend geht eindeutig zu Mobilehomes. In jeder Stichstraße zum See stehen doppelseitig ca. 20 holzähnliche Minibungalows, dicht an dicht … Strand dann für alle (geschätzt 120 Pers. pro Reihe) ist ungefähr 2 m breit … wie soll denn das gehen? Freie Stellplätze für Caravans gibt es nur ganz wenige.

Bei der Fahrt durch den Campingplatz Continental steigt Frank plötzlich vom Rad und schiebt. Der vordere Reifen hat einen Platten. Er nimmt’s gelassen, da er stets Schläuche und Flickzeug dabei hat. Er baut den kaputten Reifen ab und will ihn bei einem Bier im Camping-Bistro flicken. Da sind sie jedoch gerade dabei, zu schließen und lassen sich nicht erweichen, uns etwas zum Trinken zu verkaufen … dann eben ohne Bier auf der Straße geflickt.

Anschließend radeln wir noch zum Camp Darna – der 2. ACSI-Platz heuer in dieser Gegend. Jedoch gefällt uns unser jetziger Platz viiieeel besser!

Das Bier gibt’s dann später in PORLEZZA am LuganerSee in einem Strandcafe bei viel Wind. Mehr haben wir vom Luganer See nicht gesehen, da er größtenteils in der Schweiz liegt.

Die Idee mit dem Fahrradcheck war recht nützlich. Sonst hätte ich wohl 3 oder 4km schieben dürfen. Fürs Rennrad wär`s ok gewesen, wenn auch ziemlich kurz, aber es war ein Anfang. Das mit dem Einkehren war auch so eine Sache. Die Getränkepreise, vor allen an Uferlokalen, waren mehr als gewöhnungsbedürftig. (Anm. d. Ehem.)

 

Zurück an unseren Platz am Pianosee genießen wir die warme Abendsonne, ohne Wind, an unserem heimeligen Seeufer und sind uns bewußt, selten einen so schönen Platz gefunden zu haben.

Ein Gettoni zum Duschen reicht,ohne Haare waschen, gerade so aus. Abendessen dann in der Pizzeria Laghetto direkt am See! Frank hat heute Appetit auf richtig dick Fleisch – es ist schließlich Sonntag. Der erste Bissen bleibt im Hals stecken – es geht Gottseidank gut und rutscht doch noch die Gurgel runter. Die Beilage schmeckt mir prima: kleine Blechkartoffeln in der Schale mit frischem Rosmarin. Frank rührt nicht eine an, weil sie nicht geschält sind.

Zugegeben: Das Fleisch war Spitzenklasse! Aber bei den Preisen (ab 20E aufwärts) hätte man schon erwarten können, dass sie zumindest die Kartoffeln schälen. (Anm. d. Ehem.)

Zurück am Camp, so gegen 21 Uhr, ist es bei allen Campern schon dunkel – wir wollen noch draußen Bilder ansehen,doch es ist richtig nasskalt und ungemütlich. Also wieder kein Froschkonzert… die Schüssel geht immer noch nicht, aber der Fernseher kann den Stick lesen – so können wir die neuesten Fotos gemeinsam auf dem Fernseher betrachten – mit mehr Platz und Komfort.

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