AC Sikia, Volos, Pilion

Fahrt von Süd-Bulgarien nach Griechenland, Halbinsel Pilion, AC Sikia, 350 km

Sonntag, 06. August 2017. Sonntag morgen um 8:00 am Camp Kromidovo  helfen uns die Gäste aus Belgien beim Rausschieben durch das enge Tor. Angekuppelt hätte das Gespann die Kurve nicht geschafft. Es hat bereits 28 Grad. John bedankt sich noch herzlich, dass wir da waren. Ich verspreche, einen Link zu schicken, wenn unser Reisebericht fertig ist.

Schon nach 20 Minuten sind wir an der Grenze und nach 10 Minuten in Griechenland. Die Autobahn ist super und nix los. Wie die Mautgebühren berechnet werden, verstehe ich nicht. Wir zahlen: 2,40 € + 7,80 € Höhe Thessaloniki + 6,20 € zwei Stunden später + 9,80 € 20 Min. später.  26,20 € für 250 km – ganz schön heftig.
Um 12:45 durchfahren wir Volos, dann Richtung Pilion/Agralasti und finden nach einer halben Stunde den gut ausgeschilderten Campingplatz Sikia in Kato Gatzea.

Camping Sikia

Der Empfang ist sehr freundlich, der Sohn spricht sehr gut Deutsch und zeigt uns drei Plätze zur Auswahl. Da gibt es nicht viel zu überlegen – der dritte Platz ist ein Traum. Fast am Ende der Straße, mit großer, abgerundeter Terrasse, gleichzeitig Balkon, Blick ins Weite. Unter uns drei Etagen, die nur mit Zelten belegt werden können. Der Jeep parkt neben der kleinen Natursteintreppe und ist hoch genug, so dass man die Camper, die rauf und runter gehen, nicht sieht. Erhabener Blick aufs Meer und schattig unter uralten Olivenbäumen.

Es gibt zwei schöne, große Waschhäuser, Einzelbäder und gut ausgestattete Spül- und Waschräume, Bügeltisch – alles, was der verwöhnte Camper wünscht.  WLAN ist zwar vorhanden, aber ziemlich schwach. Manchmal fällt es stundenlang ganz aus und wenn es dann endlich wieder funktioniert, will natürlich jeder rein und man braucht viel Glück, um eine Verbindung zu bekommen. Es ist schon beängstigend, wie viele Smartphones im Umlauf sind. Manche Gruppen spielen nur noch auf den Geräten rum und unterhalten sich nicht mehr direkt miteinander.

Montag, 07. August 2017

Faul am Camp. Die Badebucht an der Felsenküste nahe unserem Platz ist sehr klein, aber das ist mir genau recht so. . Mehr als eine Handvoll Badegäste ist selten da, -die meisten  schnorcheln in Ufernähe herum. Himmlische Ruhe, kristallklar das Wasser.

Am Abstieg zur Bucht treffe ich das Pärchen aus Holland wieder vom Camping Kromodivo in Bulgarien. Sie sind Franks Tipp gefolgt und es gefällt ihnen am Sikia sehr gut hier. Doch das hier ist ein völlig anderer Platz als bei John und Sara. Hier geht man abends anonym Essen ins platzeigene Restaurant und anschließend zurück in seine geschützte Nische.

Das Restaurant wechseln wir nicht!

Das Restaurant am Sikia ist übrigens sehr zu empfehlen. Sobald man den Garten betritt, kommt eine sehr aufmerksame Empfangsdame, begrüßt uns mit gutem Deutsch und weist uns einen Platz zu. Alsbald kommen die Speisekarte und die Tageskarte mit täglich wechselnden Gerichten, zusammen mit einem Glaskrug voll kaltem Wasser, das prima schmeckt und jederzeit nachgefüllt werden kann.

Ich wähle Ziege aus dem Rohr mit Gemüse und Frank Schweinefleischspieß ohne Beilagen. Es schmeckt mir köstlich, die Flasche Retsina rundet das griechische Essen ab. Nach Bestellen der Rechnung gibt es noch auf Kosten des Hauses einen Schnaps. Einen Uso und einen Likör. Frank erweist sich wieder mal als Kavalier und nimmt mir das süße Getränk ab. Danke. Morgen bestellen wir den Süßen ab.

Um Mitternacht hat es immer noch 30 Grad, im WoWa einige Grade mehr. Lange Tage, kurze Nächte. Wenn
man nur die Hitze für kalte Wintertage speichern könnte ….

Dienstag, 08.August

Frank macht seine obligatorische Erkundungstour mit dem Mountainbike, ich mache mich gemütlich und mit Foto bewaffnet zu Fuß auf den Weg. Ich komm natürlich nicht so weit rum, sehe aber vieles gründlicher. Der Campingplatz ist sehr gut belegt, aber durch die Terrassenlage hat fast jeder Stellplatz freien Blick aufs Meer sowie einen uneinsehbaren Bereich. 30.000 m² moderne Terassenanlagen, die an einen griechischen Olivenhain erinnern, aber modernst geplant .  Es ist ein Meisterwerk, wie die vielen Stufen und Terrassen miteinander verbunden sind. Manch alter Olivenbaum, der seinen Bauch zu weit in die Wege streckt, wurde kurzerhand schlank gesägt … und es hat ihm nichts ausgemacht.

Strand von Kato Gatzea

Unmittelbar neben dem flachen, kinderfreundlichen Sandstrand und dem schattigen Restaurant schließt der Camping-Platz Hellas an, der mir aber nicht so gut gefällt. Leicht schräges Gelände, mehr Ruhe und, wie ich sehe, überwiegend ältere Camper. Danach kann man am Strand entlang durch Kato Gatzea schlendern. Strandbars, Restaurants, Tavernen, Ferienwohnungen und Hotels im Wechsel – eher einfache Gebäude für bescheidene Gäste.

Frank kommt zurück mit deutschsprachiger Zeitung, einigen Fotos vom touristischen Badeort in der anderen Richtung und einem kaputten Fahrradmantel. 12 schräge Risse in der Flanke des Schwalbe Nobby nic eingeritzt, davon ein halbes Dutzend völlig durch, so dass er mit dem Finger durchgreifen kann. So ein Glück, dass er heil nach Hause gekommen ist.

Der Platzchef zeichnet auf einem Stadtplan  ein Fahrradgeschäft im Zentrum von Volos ein und so haben wir eine neue Aufgabe für den Nachmittag. Volos ist nicht schön. Meist 5-stöckige Häuser aus Beton und kastenartige Balkone aus dem selben Material. Der Mountainbike-Laden ist bald gefunden, auch ein Parkplatz in 3. Reihe. In der alten Größe 26 gibt es nur einen einfachen Continental-Mantel – der wird zu Hause ersetzt werden, aber momentan tut er seine Pflicht. Der Schlauch ist natürlich auch im Eimer und so ist Frank gut beschäftigt. Ich gehe in die kleine Bucht und schwimme ganz weit raus.
Temperatur um Mitternacht: 33 Grad. Die Internetverbindung wird besser, es scheinen doch schon einige ins Bett gegangen zu sein.

 

Mittwoch, 09. August

Pilion Rundfahrt, Süd- und Ostküste. Der Bericht wurde auf eine eigene Seite ausgelagert.

 

Donnerstag 10. August 2017, 17:30 Uhr

Gleich beginnt in Kronach das Freischießen und heute ist Bierprobe. Frank sitzt mit dem Handspiegel auf der Liege und macht sich schön. Rasieren, Bart stutzen, Fingernägel maniküren. Gampert-Bier ist kaltgestellt. Ich mach heuer nicht mit, weil wir kein Festbier dabeihaben. Die Jahre zuvor kamen stets irgendwelche Nachbarn in den Genuss. Heuer feiert Frank alleine.

Zum Kronacher Freischießen gehören natürlich auch gebrannte Mandeln. Ein Prosit auf Kronach!

Freitag 11. August 17

Ich hab einen Tag Verlängerung ausgehandelt! So einen Platz finden wir so schnell nicht mehr. Große abgerundete Terrasse und Balkon gleichzeitig, geschützt vor Passanten, Jeep hoch genug, dass Leute aus den Zelten von den 3 tiefer liegenden Ebenen, die die schmale Natursteintreppe Treppe hoch müssen, ungesehen vorbeikommen.

Am kleinen Kiesstrand nie mehr als eine Handvoll Badegäste, die ein bisschen schnorcheln. Nur einer schwimmt weit raus und das bin ich. Vorbei an der Mole und dann freier Blick auf den angrenzenden Strand von Kala Nera.

Den Badeort mit Sonnenschirmen am Strand und Massentourismus sehe ich nur von der Ferne. Heute ist das Meer blank wie ein Spiegel, das Ende des Meeres geht über in die Berge und den Himmel im fast gleichen Farbton.

Kala Nera

Kala Nera ist der bekannteste Badeort des Pilion. Das ehemalige Fischerdorf wird bei Touristen zusehends beliebter. Entlang der Uferstraße reihen sich diverse Geschäfte, Bars, Tavernen, Pensionen und Hotels lückenlos aneinander.

 

Samstag 12. August 17

Heute  nachmittag ist es windig und das Meer in Bewegung. Die Wellen klatschen an die Felsen mit weißer Gischt, der kleine Kiesstrand ist unter Wasser und die Plattform mit der Dusche von Meerwasser umspült. Ich stelle meine Flipp-Flops lieber auf die Treppe. Ich lass mich von den Wellen tragen, rauf und runter oder mach das Spiel, die nächste Welle senkrecht anzuschwimmen und ganz weit über die Welle aufzusteigen oder oben mitzureiten. Schön so alleine im Meer. Später kommt noch ein älteres Paar mit ganz fetten Schwimmreifen.

Frank erledigt schon mal die Abrechnung. Beim Zahlen rundet die Dame an der Rezeption nach unten ab und steckt Frank noch einen 20 Euro Schein zu. Na, das ist doch nett, den verprassen wir gleich beim Abendessen!

Abschiedsessen im super geführten Restaurant. Wir sind beim Verdauungs-Schnaps vom Uso auf den kräftigeren Tsipouro mit Anis umgestiegen. Als Andenken kaufen wir diesen 5-fach als Mitbringsel.

Noch ein letzter heißer Abend. Unser Reisebegleiter von zu Hause, das Basilikum im Topf, säuft fast einen Liter am Tag. Später kommt angenehm Wind auf.
Ein kleines, weißes Schmusekätzchen kommt zu Besuch, hüpft auf unseren Tisch und zeigt all seine geschmeidigen Bewegungen, die es kann. Schaut neugierig auf meinen Laptop und möchte den grünen Balken fangen – alles mit Samtpfötchen. Frank, der immer von sich sagt, er könne Katzen nicht leiden, springt auf, holt einen Essteller aus dem Schrank und macht sein Edelgläschen oberfränkisches Pressakfleisch auf – für die Katze. Der zugehörige Senf aus Kronach bleibt wohl jetzt übrig.

Ich genieße die letzte Nacht am Platz sehr. Der Wind vertreibt heute alle Stechfliegen, das Meer rauscht laut und ich lausche lange seiner Melodie. Als ich um 4 Uhr morgens die Waschhäuser aufsuche, bin ich nicht die Einzige.

 

 

Abreise am 13. August 17.   Wunderschön war es hier am Sikia. Nach dem heftigen Wind heute Nacht ist die Luft nun klar und die Sicht auf die Bucht und die gegenüberliegenden Höhenzüge gut – aber der Fotoapparat ist schon weggepackt. Hier noch ein letztes Video zum Träumen.
Auf der 18 km langen Fahrt nach Volos kommt uns eine durchgehende Autoschlange entgegen. Wo wollen die denn alle hin auf der kleinen Halbinsel und vor allem: wo wollen die alle parken?

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