Himara und Alt- Himara

20.08.16. Heute ist Faulenzer Vormittag. Frank relaxt mit Füßen auf dem Tisch und liest einige hundert Seiten in seinem Krimi. Ich mache Morgengymnastik mit dem Staubsauger und bringe etwas Ordnung und Frische in den Wohnwagen. Nachmittags sattelt Frank sein Fahrrad und will auf der Suche nach Tabak nach Himara. Mir ist es zu heiß; außerdem sind mir dicht befahrene Hauptstraßen, die auch noch den Berg hochgehen, ein Greuel. Ich genieße den Tag im Ionischen Meer und schwimme ganz weit raus.

Himara – Zentrum der albanischen Riviera

Die Fotos, die Frank geschossen hat, zeigen mir, dass ich nichts verpasst habe. Die Stadt ist neu und großflächig renoviert worden mit viel Stahl und Beton. Irgendwie fehlt mir das Flair – es sieht sauber und aufgeräumt aus, aber etwas nüchtern. Ein kleiner Hafen, zahlreiche Bars, gut sortierte Supermärkte und eben alles, was man in einer Kleinstadt mit 5.000 Einwohnern erwartet. Bemerkenswert ist noch, dass hier offiziell griechisch gesprochen wird. Viele Wanderarbeiter der griechischen Minderheit fahren mehrmals im Jahr in Ihre Heimat zurück.
Für Frank war die Fahrt ein voller Erfolg. Der Tabakladen hatte Golden Virginia zum Preis von xxx. Ich muss auch sagen, dieser Tabak riecht um vieles besser als das albanische Kraut.

 

21.08.16. Jetzt sind wir schon zum 3. Mal hier und erst jetzt bemerken wir, dass Alt- Himara nicht der alte Ortsteil von Himara ist, sondern ein bezaubernder, sehr alter Ort, der etwas landeinwärts auf einem Hügel liegt.

Alt- Himara – besonders sehenswert

Wir folgen dem Hinweisschild zum großen Parkplatz.  Mit dem Auto wären wir auch nicht weitergekommen. Nach wenigen Metern über einen steilen, schmalen Weg mit holprigem Kopfsteinpflaster sind wir schon in den äußeren Ruinen der Burganlage. Ich bin froh, dass ich meine festen Wandersandalen anhabe. Der Blick durch die alten Mauern und verfallenen Häuser auf die Bucht von Livadh und das Hinterland ist grandios.

Gegründet wurde die antike Siedlung wahrscheinlich von griechischen Stämmen und hier oben gibt es Grundwasser. 200 v. Ch. wurde sie von den Römern erobert – wie eigentlich alles hier in der Gegend. Später wurde sie wechselnd von Bulgaren, Normannen, serbischen Adelsfamilien oder Türken besiedelt.  Einige alte Steinhäuser sind mit UNESCO-Unterstützung renoviert worden.

 

Im frühen Mittelalter war Alt- Himara  ein orthodoxer Bischofssitz und es gab hier und der näheren Umgebung mehr als 60 Kirchen. Zwei sind noch erhalten und frei zugängig ohne Eintrittsgeld. In der einen befinden sich uralte Fresken und Wandbilder aus Silber. Vor Wandalismus scheint hier keiner Angst zu haben. Wir sind die einzigen Besucher heute.

Ich stelle mir vor, wie faszinierend von hier oben die Sonnenuntergänge sein müssten und nehme mir vor, heute Abend mit einer Flasche Rotwein dieses Schauspiel zu erleben.

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